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Kolumne
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Geschrieben von: Adrienne Goehler
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Dienstag, den 15. Mai 2012 um 09:25 Uhr |

Während uns täglich "Uns-geht-es-prima"-Arbeitsplatzzahlen von Bundesregierung und ihrer Kanzlerin über die Medien erreichen, hat sich die Situation der KunstproduzentInnen und -wissenschaftlerInnen ohne Anstellung keineswegs verbessert.
Im Gegenteil: Seit dem Platzen der Bankenblase 2008 hat der Hype um die Kreativwirtschaft schlagartig aufgehört, der uns einige Jahre lang eine warme Prise gestiegener Wertschätzung und auch ein wenig Geld beschert hatte. Der Grund ist einfach: Als FreiberuflerInnen versauen wir keine Arbeitslosenstatistik und steigern keine Exportzahlen, der Fetisch einer jeden Regierung. Wir kriegen auch keine Zuschüsse von der Arbeitsagentur für Kurzarbeit: wir sind eine 'quantité négligable'. Die Kommunen zahlen die Zeche der Bankenrettung, sind ärmer denn je und reichen die Armut direkt an uns weiter: Denn Kultur ist keine Pflichtaufgabe!
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Geschrieben von: Claus Friede
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Montag, den 30. April 2012 um 12:57 Uhr |

Es war im Jahr 2004 als die damalige Kultursenatorin den Wunsch äußerte, mit einem Sonderbus und Gästen ihrer Wahl, durch die Lange Nacht der Museen zu reisen.
Die Senatorinnen haben inzwischen mehrmals gewechselt, die Tradition der Sonderfahrt nicht. Zum ersten Mal bin ich eingeladen, an dieser Fahrt teilzunehmen. Neben der Zweiten Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft und Forschung, Dorothee Stapelfeldt sind Sponsoren, Förderer und Journalisten mit an Bord sowie einige Mitarbeiter der Kulturbehörde.
Bei herrlichem Sonnenwetter treffen wir uns auf dem Deichtorplatz. Vor der nördlichen Deichtorhalle steht eine lange Menschenschlange. Alle wollen das gerade eröffnete Kunstwerk des britischen Künstlers Anthony Gormley sehen und "Horizon Field Hamburg" betreten.
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Geschrieben von: Herby Neubacher
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Mittwoch, den 18. April 2012 um 09:57 Uhr |

Es gibt einen hochspannenden Lohengrin für die Ohren. Der kommt von den „neuen“ Wagner-Russen wie dem Dirigenten Seymon Bychkov aus St. Petersburg – von 1997 bis 2010 war er Leiter des WDR Sinfonie-Orchesters in Köln.
Sozusagen zum Abschied seiner Tätigkeit dort und im Anschluss an drei Live Konzerte, spielte er Wagners Lohengrin als CD neu ein.
Russland hat eine unterbrochene große Wagner-Tradition aus dem 19. Jahrhundert die künstlerisch heute wieder spannend aufflammt. Das lässt sich an nindestens zwei Gegebenheiten festmachen:
- Seymon Bychkov nimmt Wagner dramaturgisch ernst und geht zurück an dessen Quelle.
- Bei dieser Neueinspielung ist der Lohengrin als persönliches und psychologisches hochmodernes Drama wörtlich genommen.
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Geschrieben von: Herby Neubacher
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Montag, den 16. April 2012 um 18:01 Uhr |

Ein Rück- und ein Ausblick – Umstrittener Neuenfels-Lohengrin auch 2012 wieder in Bayreuth.
Die Menschen sind eigentlich Laborratten und nur wenn sie sich befreien, dann haben sie die Chance, wirkliche Menschen zu werden. Nach diesem simpel gestrickten Dramaturgie-Konzept verursacht Hans Neuenfels in seiner Lohengrin-Inszenierung von 2011 einen mittleren Wagner-Skandal der eigentlich gar keiner ist. Denn Hans Neuenfels – der diese viel diskutierte Neuinszenierung der Oper vom Schwanenritter ablieferte und die in diesem Jahr Wiederaufnahme in Bayreuth findet, hat das Epos leider, aber gründlich missverstanden. Der Ritter der Ratten ist nichts weiter als eine dummhafte Verballhornung die künstlerisch nicht einmal sticht, wie der Rückblick auf die Inszenierung zeigt.
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Geschrieben von: Claus Friede
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Dienstag, den 27. März 2012 um 08:41 Uhr |

Auf Einladung bin ich nach Burghausen gefahren. Die größte Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting zählt etwas mehr als 18.000 Einwohner und ist jeden Kilometer Reise wert.
Burghausen ist in der glücklichen Lage nicht nur eine der reichsten Gemeinden Bayerns zu sein, denn es gibt viel Industrie, sie kann auch mit dem Guinness-Bucheintrag „längste Burg Europas“ aufwarten und touristisch nutzen. Über einen Kilometer erstreckt sich auf einem Höhenzug das Bauwerk aus Burgen, Höfen, Kirchen und Kapellen, Zwischentoren, Zeughaus, Waffen- und Pulverturm.
Die Hauptburg ist gerade gesperrt: Dreharbeiten zu „Der Baron von Münchhausen“ mit Jan Josef Liefers, Katja Riemann und Jessica Schwarz.
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Geschrieben von: Ekkehard Nümann
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Donnerstag, den 01. März 2012 um 10:00 Uhr |

Über die desaströse finanzielle Lage der Hamburger Museen ist in den letzten zwei Jahren viel berichtet worden. Teilschließungen, unbesetzte Stellen, baulicher Verfall – oft fehlt es am nötigsten, um die Museumslandschaft der Stadt, die kulturelle Lunge unserer Gesellschaft, am Leben zu erhalten.
Wir haben uns beinahe daran gewöhnt, dass Ankäufe von Kunstwerken nur noch über Spenden finanziert werden können, weil es keinen Ankaufsetat mehr gibt. Der bauliche Zustand der Depots lässt höchst fraglich erscheinen, ob die Sammlungen angemessen für die Nachwelt erhalten werden, und Forschung betreiben die Häuser eigentlich nur noch, wenn Drittmittel z. B. von Stiftungen, Freundeskreisen oder Einrichtung wie der DFG, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, eingeworben werden können. Damit sind bereits drei der vier zentralen Aufgaben eines Museums akut gefährdet: Das Sammeln, das Bewahren und das Erforschen.
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Geschrieben von: Isabelle Hofmann
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Samstag, den 25. Februar 2012 um 17:18 Uhr |

„Ohne Worte“ titelte jüngst das Hamburger Abendblatt mit Verweis auf die peinlichen Presse-Interventionen des Bundespräsidenten.
„Ohne Worte“ – das kam mir auch in den Sinn, als ich die Nachricht vom Stopp des geplanten Munch-Museums in Oslo las. Nicht wegen der mehr als 11 Millionen Euro, die das Projekt bereits schluckte. Oslo boomt wie keine zweite Stadt in Europa, insbesondere kulturell. Mit einem Sparstrumpf von 1.500 Milliarden Euro ist das auch keine große Kunst. Da erscheinen die 11 Millionen wie Peanuts, sogar die 500 Millionen Euro, die für den Siegerentwurf von Juan Herreros veranschlagt waren.
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Geschrieben von: Isabelle Hofmann
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Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 16:55 Uhr |

Die Pressemeldung war mehr als dürftig: „Die Wege von Dr. Jürgen Fitschen und dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte haben sich getrennt“, ließ Peter Harry Carstensen, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident und Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf am 23. November 2011 mitteilen – mit dem Zusatz, dass dies „auf Wunsch von Dr. Fitschen“ geschah.
Seitdem scheinen die Mauern auf der Schleswiger Museumsinsel noch dicker geworden zu sein, als sie ohnehin schon waren. Kein Kommentar, nirgendwo. Im Auflösungsvertrag wurde offenbar Stillschweigen vereinbart und das wiederrum legt nahe, dass Fitschens „fluchtartiger Abgang“ nach knapp zwei (von vertraglich auf fünf befristeten) Jahren doch nicht ganz so freiwillig war, wie allseits beteuert. Dafür spricht zum Beispiel, dass es seitens Fitschens keinerlei Vorwarnung gab.
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Geschrieben von: Heiko Langanke
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Donnerstag, den 10. November 2011 um 13:39 Uhr |

Live-Musik-Clubs – jeder kennt sie, hat sie besucht und gar einen Teil seiner Jugend in ihnen verbracht, sich die Nacht und die Musik um die Ohren geschlagen und später manch Legende um sie gesponnen.
Musik in Clubs, egal ob Metal, Punk, Rock, Reggae, Jazz oder Folk, sind heute Teil einer jeden Sozialisation und Hörkultur zugleich. Sie mögen klein, schmuddelig, stickig, zu laut und vielleicht auch zu eng sein, aber genau das ist auch zugleich das Pendant zur großen, platznehmenden Hochkultur. In Clubs tobt sich im wahrsten Sinne des Wortes der Nachwuchs aus, experimentiert, setzt den Trend von Morgen und befriedigt ein Lebensgefühl, das sich aus Rock´n´Roll, Neugierde, Toleranz und Spontaneität speist. Unter anderen hat Autor Christoph Twickel diesen Spirit in seinem Buch „Läden, Schuppen und Kaschemmen“ eindrucksvoll dokumentiert.
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Geschrieben von: Carolin Peiseler
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Montag, den 07. November 2011 um 00:15 Uhr |

Wir befinden uns Ende 2011 nach Zeitrechnung. Ganz Hamburg scheint am verkaufsoffenen Sonntag nur der Wunsch nach Shopping zu bewegen. Ganz Hamburg? Nein!
Ein von unbeugsamen Kulturschaffenden bevölkerter Info-Stand in der HSH Nordbank Shopping Passage hört nicht auf, für Theater und Kunst zu werben und versucht wacker, aus den Konsumenten von heute die Kulturinteressierten von morgen zu machen. Alexandra Ucke und Audrey Rina Sachse stehen seit 13.00 Uhr im Erdgeschoss der Einkaufspassage an ihrem Tischchen mit Prospekten der Hamburger Kammerspiele. Zur „Halbzeit“, so gegen 15.30 Uhr, haben sie ihrer Schätzung nach etwa 50 Personen in ein Gespräch verwickeln können. Immerhin! Auf Nachfrage zu den Stücken, die derzeit auf dem Spielplan stehen (z.B. „Das kunstseidene Mädchen“ bis 22. November 2011 und „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ bis 24. Januar 2012) kommt auf den Punkt die Kurzfassung der Story gefolgt von dem Flyer mit den weiteren Informationen. Das macht neugierig auf mehr!
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